Götz-Friedrich-Preis 2021 – die Preisträger der Spielzeiten 2019/20 und 2020/21:

Der Götz-Friedrich-Preis 2021 für junge Opernregisseure und -regisseurinnen geht an Anna Bernreitner (Jahrgang 1986) für ihre Inszenierung von Wolfgang Rihms „Proserpina“ an der neuen oper wien (Premiere am 20. Oktober 2021). Hervorgehoben wird damit eine Regiearbeit, die dem Publikum ein nicht einfaches Stück zeitgenössischer Oper durch eine originelle und überraschende Bühnensituation und eine virtuose Personenführung nahegebracht hat. Der Preis ist dotiert mit € 7.500.

Der Sonderpreis des Opernhauses Zürich geht an den erst 24-jährigen Maximilian Berling, der im Studio des Gärtnerplatztheaters München Giancarlo Menottis „Das Medium“ mit einer durchdachten Bühneneinrichtung und stimmigen Anlage der Personen im Raum zu einem mitreißenden Theaterereignis gemacht hat. Der Sonderpreis ist mit € 2.500 dotiert.

Die Covid-Pandemie hat jungen Regisseuren besondere Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Einige haben darauf mit klugen und schönen Arbeiten abseits der eingefahrenen Wege reagiert. In einigen Fällen ließ dies aber nicht auf die Fähigkeiten schließen, reale Sänger durch reale Bühnensituationen zu leiten. Für eine besonders gelungene Filmarbeit möchte die Jury dennoch Franziska Angerer mit einer lobenden Erwähnung herausheben, die am Staatstheater Darmstadt ein ästhetisch gelungenes Video von Christian Josts Bearbeitung des Liederzyklus „Dichterliebe“ von Robert Schumann gestaltet hat.

Der Götz-Friedrich-Preis wurde von dem bedeutenden Opernregisseur und langjährigen Intendanten der Deutschen Oper Berlin, Götz Friedrich gestiftet, um jungen Talenten beim Sprung in die Karriere zu helfen. Die Preisverleihung findet am 21. Febuar in Götz Friedrichs ehemaligem Haus statt und wird moderiert von dem Karan-Armstrong-Preisträger Martin G. Berger.

Andreas Homoki, Vorsitzender der Jury

Verlängerung der Bewerbungsfrist und Erweiterung auf Video-Arbeiten:

Wenn es in der Pandemie die Soloselbstständigen am härtesten getroffen hat, dann waren die Berufsanfänger doppelt geschlagen: Sie konnten keine Produktionen vorweisen und finden jetzt verstopfte Produktionskanäle vor. Womit sollen sie sich bewerben, wodurch ihr Können zeigen?

Um jungen Regietalenten mehr Möglichkeiten zu geben, sich mit einer eigenen Inszenierung um den Götz-Friedrich-Preis zu bewerben, haben die Deutschsprachige Opernkonferenz und die Götz-Friedrich-Stiftung beschlossen, 
1. die Bewerbungsfrist über das Saisonende hinaus bis zum 31.12.2021 zu verlängern,
2. auch Videos von Produktionen zuzulassen, die aufgrund der Pandemie nur online gezeigt werden konnten. In diesem Fall wäre der Jury mit der Bewerbung entweder ein Link oder eine DVD zuzustellen.

Die Jury wird dann im Januar 2022 ihre Entscheidung treffen und verkünden. 
Die Preisverleihung ist auf den 21. Februar 2022 in der Deutschen Oper Berlin festgesetzt.

Die Götz-Friedrich-Stiftung 2019 – das sind die Preisträger:

Den Götz-Friedrich-Preis 2019 erhält die Schweizer Regisseurin Nina Russi für ihren Bernstein-Abend „Trouble in Tahiti“ / „A Quiet Place“ am Theater Aachen. Der Götz-Friedrich-Preis ist mit 7500 Euro dotiert. Nina Russi, 35, hat während ihrer Zeit als Spielleiterin am Opernhaus Zürich mehrere Inszenierungen erstellt, unter anderem die Uraufführungen „Der Traum von Dir“ auf der Studiobühne des Opernhauses vom Schweizer Komponisten Xavier Dayer sowie für die Theater Bern und Winterthur die Familienoper „Reise nach Tripiti“. Am 16. 11. 2019 folgt am Opernhaus Zürich „Coraline“ von Mark-Anthony Turnage. (www.ninarussi.ch)

Den Studiopreis hat die Jury der deutschen Regisseurin Kai Anne Schuhmacher zuerkannt für ihre Inszenierung von Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ am Theater Gera. Der Studiopreis ist mit 2500 Euro dotiert. Kai Anne Schuhmacher, 31, lebt in Köln und arbeitet freischaffend in ganz Europa als Regisseurin, Librettistin und Theaterautorin, Figurenspielerin und Puppenbauerin. Bis 2017 war sie Assistentin und Spielleiterin an der Oper Köln, wo sie auch „The Rape of Lucretia“, „Hoffmanns Erzählungen für Kinder“ und „Pierrot lunaire“ inszenierte. Im Mai 2020 wird sie in Köln bei Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ Regie führen. (www.kaianneschuhmacher.com)

Der Götz-Friedrich-Preis 2019 wird verliehen – im Rahmen der Herbsttagung der dok – am 7. November vor der Vorstellung „Die Liebe zu den drei Orangen“ in der Staatsoper Stuttgart.

Deutsche Opernkonferenz übernimmt Götz-Friedrich-Preis

Der renommierte Götz-Friedrich-Preis kann mit Preisträgern wie Franziska Severin, Stefan Herheim, Sebastian Baumgarten, Benedikt von Peter, Elisabeth Stöppler und jüngst Yuval Sharon oder Mizgin Bilmen eine stolze Reihe junger Opernregisseure präsentieren, deren Karriere durch den Preis einen kräftigen Anstoß bekommen hat.

Der große Regisseur Götz Friedrich hatte den Preis gestiftet, um den besonders Begabten unter dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Die lange Zeit der niedrigen Zinsen bringt Stiftungen jedoch in Schwierigkeiten: Wenn das Stiftungskapital nichts mehr abwirft, können weder Preisgelder noch die notwendigen Reisen der Jurymitglieder bezahlt werden.

Die Deutsche Opernkonferenz – der Zusammenschluss der großen Häuser im deutschsprachigen Raum – hat sich daher entschlossen, die Finanzierung des
Götz-Friedrich-Preises zu übernehmen. Als Preis der Deutschen Opernkonferenz wird er in Zukunft in zweijährigem Rhythmus von einer Jury aus vier Opernintendanten unter Vorsitz von Bernd Loebe von der Oper Frankfurt vergeben. Weitere Jury Mitglieder sind Andreas Homoki von Opernhaus Zürich, Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin und Christoph Meyer von der Deutschen Oper am Rhein. Fünftes Mitglied der Jury ist der neue Geschäftsführer des Götz-Friedrich-Preises, Bernd Feuchtner. Junge Regisseurinnen und Regisseure können sich ab sofort bewerben über www.goetz-friedrich-preis.de.

Die Götz-Friedrich-Stiftung gibt die Preisträger der Spielzeit 2016/17 bekannt:

Den mit 5.000€ dotierten Götz-Friedrich-Preis bekommt Mizgin Bilmen für ihre Inszenierung von Marc-André Dalbavies Oper „Charlotte Salomon“ (deutsche EA) am Theater Bielefeld.

Den Studio-Preis, dotiert mit 2.500€, erhält Anna Drescher für die Inszenierung von Udo Zimmermanns „Weisse Rose“ am Theater Orchester Biel Solothurn.

Die Preisgelder wurden, wie auch in den vergangenen Jahren, von der Gasag gestiftet.

Die Götz-Friedrich-Stiftung gibt die Preisträger der Spielzeit 2016/17 bekannt:

Den mit 5.000€ dotierten Götz-Friedrich-Preis bekommt Mizgin Bilmen für ihre Inszenierung von Marc-André Dalbavies Oper „Charlotte Salomon“ (deutsche EA) am Theater Bielefeld.

Den Studio-Preis, dotiert mit 2.500€, erhält Anna Drescher für die Inszenierung von Udo Zimmermanns „Weisse Rose“ am Theater Orchester Biel Solothurn.

Die Preisgelder wurden, wie auch in den vergangenen Jahren, von der Gasag gestiftet.

Die Preisverleihung fand am 2. November 2017 um 20 Uhr im Wappensaal des Roten Rathauses in Berlin-Mitte statt.