Bernd Feuchtner

Bernd Feuchtner ist in Berlin als freier Publizist tätig. Zwei Jahrzehnte lang war er einer der profiliertesten deutschsprachigen Musik- und Tanzpublizisten, bevor er von der Theorie in die Praxis wechselte und im Jahr 2005 Operndirektor in Heidelberg wurde. Dort baute er auch das Barockfestival „Winter in Schwetzingen“ auf, das er bis 2011 leitete. Ab der Saison 2009/10 war er Operndirektor und Chefdramaturg am Salzburger Landestheater, von 2011 bis 2014 Chefdramaturg am Badischen Staatstheater Karlsruhe und Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe. In der Spielzeit 2012/13 wurde Karlsruhe mit den Preisen sowohl für das beste Opern- als auch für das beste Konzertprogramm ausgezeichnet. Die Händel-Festspiele erlebten 2014 die höchsten Besucherzahlen seit ihrem Bestehen.

Im Jahr 1986 hatte Bernd Feuchtner in seinem Buch über Dimitri Schostakowitsch („... Und Kunst geknebelt von der groben Macht ...“) zum ersten Mal nachgewiesen, wie der russische Komponist unter dem Druck des Stalinismus seine Musik mit einem doppelten Boden versah, mit einem System verborgener Bedeutungen, die der äußeren Erscheinung der Werke oft widersprechen und vom Leiden der Menschen unter der Diktatur zeugen. Daraufhin bekam Bernd Feuchtner Angebote vom Hessischen Rundfunk (Bernd Loebe), der Frankfurter Rundschau (Hans-Klaus Jungheinrich) und dem Pflasterstrand (Daniel Cohn-Bendit), als freier Kritiker tätig zu werden. Im Jahr 1992 holte Günther Rühle ihn als verantwortlichen Redakteur für Musik und Tanz zum Berliner Tagesspiegel, 1996 wechselte er zum Magazin Opernwelt. Daneben schrieb er für die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche und andere Blätter und Rundfunkstationen.

Lehraufträge erhielt er von den Universitäten Frankfurt (Politische Wissenschaft), FU Berlin (Theaterwissenschaften), Heidelberg (Musikwissenschaft), Salzburg (Mozarteum und Universität) und Karlsruhe (KIT).

Weitere Buchveröffentlichungen:
Deutschstunde 1968 – Protokolle eines Schülers. Der vollständige Unterricht der Abiturklasse eines deutschen Gymnasiums, herausgegeben und kommentiert von Bernd Feuchtner. Berlin 2018
Not, List und Lust – Schostakowitsch in seinem Jahrhundert. Hofheim/Ts. 2017
Rudolf Barschai: Leben in zwei Welten. Moskaus goldene Ära und Emigration in den Westen. Hofheim/Ts. 2015

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