Stefan Herheim
Stefan Herheim erhielt eine Ausbildung als Cellist und war im Bereich Regie und Ausstattung am Opernhaus und an der Opernhochschule seiner Heimatstadt Oslo tätig. Hier leitete er auch seine eigene Opern-Marionetten-Kompanie, bis er 1994 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg unter Prof. Götz Friedrich Musiktheaterregie zu studieren begann. Mit einer Inszenierung von Die Zauberflöte machte er 1999 seinen Diplomabschluss. Seitdem ist der Wahlberliner an zahlreichen Bühnen, vor allem im deutschsprachigen Raum, in Skandinavien und in den baltischen Staaten als Opern-Regisseur tätig.
Zu seinen frühen Arbeiten zählen u.a. Falstaff am Staatstheater Oldenburg, Così fan tutte an der Volksoper in Stockholm, Tannhäuser und Don Carlo am Landestheater Linz sowie zwei Uraufführungen im Rahmen der Münchener Biennale für zeitgenössisches Musiktheater. Für seine Deutung von Bellinis I Puritani am Aalto-Theater in Essen 2003 erhielt er den Götz Friedrich-Preis. Im selben Jahr wurden die Salzburger Festspiele mit seiner umstrittenen Interpretation von Die Entführung aus dem Serail eröffnet – die auch 2004 und im Mozartjahr 2006 zu sehen war.
Im Frühjahr 2004 debütierte Herheim in Wien mit der Urfassung von Puccinis Madama Butterfly an der Volksoper, 2005 an der Norwegischen Oper mit Händels Giulio Cesare sowie an der Deutschen Staatsoper Berlin mit Verdis La forza del destino. In Zusammenarbeit mit dem Bergen Festival folgte Wagners Das Rheingold an der Lettischen Nationaloper in Riga in 2006. Im selben Jahr wurde seine Carmen an der Grazer Oper von Publikum und Presse gefeiert, ebenso Don Giovanni am Aalto-Theater in Essen, wofür Herheim von der Zeitschrift Opernwelt zum "Regisseur des Jahres 2007“ ernannt wurde.
Bei den Bayreuther Festspielen kam seine Inszenierung von Parsifal 2008 zum ersten Mal heraus. Am Theatre de la Monnaie in Brüssel folgte Dvoraks Rusalka sowie Lohengrin an der Lindenoper in Berlin.
Nebst seinen Lehraufträgen an unterschiedlichen Hochschulen im In- und Ausland ist Herheim zukünftig an den Operhäusern in Stuttgart, Graz, Oslo, Kopenhagen, Salzburg, Amsterdam, Götheborg, Dresden, Berlin, London und Zürich tätig.

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